Radfahrer-Verein 02 Wächtersbach e.V.

Einrad | Kunstrad | Showrad | Männerballett

Geschichte

Die Gründung des Vereins

rv07postkarte_small1.jpgFür einige Männer um Ferdinand Deubert in Wächtersbach war das Fahrrad mehr als ein Fortbewegungsmittel. Das Fahrrad war ein Sportgerät, ein Gerät zur Freizeitgestaltung. Diese Einschätzung teilten mehrere Wächtersbacher Bürger, und so hatte der im Juli 1902 ins Leben gerufene Verein schnell rund 20 Mitglieder. In der erst einige Jahre später niedergelegten Satzung wurden denn auch die Pflege der „geselligen Kameradschaft“, Ausflüge, Tourenfahrten und die Pflege des Radsports allgemein als Vereinszwecke festgehalten. Knapp zwei Jahre später fand im feierlichen Rahmen die Fahnenweihe auf dem Marktplatz statt. „In Tat und Wort – Treu unserm Sport“ stand auf dem Banner zu lesen. In den Anfangsjahren unternahmen die Mitglieder vor allem Wanderfahrten. Wichtig war dabei auch der Zusammenhalt mit Gleichgesinnten in den umliegenden Vereinen. Man nahm an Festumzügen teil und fuhr mit dem Fahrrad bis nach Köln, Mannheim, Frankfurt, Fulda und an zahlreiche andere Orte im Reich. Erst 1907 gab sich der Verein eine Satzung. Der erste Paragraph lautete: „Die am 5. Juli 1902 von Anhängern des Radfahrsports gegründete Gesellschaft führt den Namen Radfahrer-Verein Wächtersbach.“ Als Grundlage für die tägliche Arbeit regelte man weiterhin die Rechte und Pflichten der Mitglieder, die Zusammensetzung des Vorstands und andere Fragen, die den Verein in seiner täglichen Arbeit berührten. Langsam, aber stetig wuchs der kleine Verein. Schließlich machte jedoch der Erste Weltkrieg die Aufbauarbeit der ersten Fahrradpioniere in Wächtersbach zunichte. Das Vereinsleben kam nahezu vollständig zum Erliegen.

In der Weimarer Republik

Neben den aus dem Krieg zurückgekehrten Radfahrern fanden sich nach 1918 auch jüngere Männer, die sich für den Radsport begeisterten. Bald gab es wieder regelmäßig Wanderfahrten und Korsofahrten. Auch die Wächtersbacher gewannen dabei zahlreiche rv08umzug1927-2_small.jpgPreise. Die Vereine luden sich gegenseitig ein, man besuchte gemeinsam Großveranstaltungen und Feste. Auch 1930 wurden die Mitglieder aktiv in die Planung und Vorbereitung von Veranstaltungen eingebunden. Fast monatlich lud man zu Mitgliederversammlungen, die allerdings wohl oft nur schwach besucht waren, ein. Das Lokal von Karl Kolb war das Vereinslokal der Radfahrer. Hier fanden auch die Jahreshauptversammlungen statt. Die allgemeine politische und wirtschaftliche Lage im Reich prägte auch das Vereinsleben. So musste 1932 eine Einladung des RV Somborn aus finanziellen Gründen ausgeschlagen werden. 1931 fand zum Beispiel ein Wettkampf im Hundert-Meter-Langsam-Fahren statt. Auch die Gewinner sind noch überliefert. Karl Kolb und Otto Schöneberg erreichten mit 4 Minuten und 24 Sekunden die „beste“ Zeit. Leider sagen die Quellen nichts über die Wettkampfbedingungen aus. Gewonnen hatte derjenige, dem es gelang, sein Rad möglichst langsam vorwärts zu bewegen, ohne mit den Füßen den Boden zu berühren. Eine Disziplin, die sowohl Geschick als auch akrobatisches Können erforderte.

Unterm Hakenkreuz

Auf einer am 21. Oktober 1933 einberufenen Vorstandssitzung sahen sich die Mitglieder mit den Bestimmungen des Reichssportführers konfrontiert, der die Gleichschaltung der Verbände vorsah. Dem Verein blieb nichts anderes übrig, als die angeordneten organisatorischen Schritte nachzuvollziehen, wollte man nicht den Repressalien ausgesetzt werden, unter denen zum Beispiel die zahlreichen und schnell verbotenen Arbeiter-, Turn- und Sportvereine litten. Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges nahm das Vereinsleben seinen mehr oder weniger gewohnten Verlauf. Zwar trat der Verein bei zahlreichen Festzügen und von der NSDAP instrumentalisierten Veranstaltungen in Erscheinung, die Radfahrer konnten jedoch weitgehend unbehelligt ihrem Sport nachgehen. Regelmäßig veranstalteten die Mitglieder zusätzlich Maskenbälle, und man startete gemeinsam mit den Familien zu Ausflügen. Besondere Erwähnung findet in den Unterlagen die Teilnahme am Fackelzug zu Ehren des 1935 verstorbenen Fürsten Friedrich Wilhelm, beim dem die Vereinsmitglieder auch ihre Räder mitführten. Mit Kriegsbeginn kam das Vereinsleben zum Erliegen.

Die Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich nach und nach alte Mitglieder zusammen, und das Vereinsleben blühte wieder auf. Neben den Wanderfahrten und dem Korsofahren wurden der Reigen und das Kunstradfahren eingeführt. Die Probleme, mit denen die Aktiven bei der Vorbereitung von Veranstaltungen zu kämpfen hatten, scheinen aus heutiger Sicht merkwürdig fremd. Das Protokoll der am 10. Januar 1952 abgehaltenen Mitgliederversammlung vermerkt eine Haussammlung bei der Wächtersbacher Bürgerschaft, mit der die mit 28,80 DM doch recht leere Vereinskasse gefüllt werden sollte. Von dem Geld sollten Saalmaschinen, Fahrräder für das Fahren in geschlossenen Räumen, gekauft werden. Ein entsprechendes Schreiben ging an die Einwohnerschaft. Auch zu einem anderen Zweck sammelte der Vorstand. Der in Vorbereitung befindliche Maskenball sollte als Preismaskenball ausgerichtet werden. Die verschiedensten Preise wurden hierbei gestiftet. Neben einer Geldspende von 2,- DM gingen 10 Eier, 1 Pfund Butter, Zucker, Mandeln, Kakao, Mehl und 5 Pfund Honig als Spende ein. Auch sportliche Veranstaltungen wurden anlässlich des Jubiläums rv48jugend1955_800_small.jpgorganisiert. Ein Radrennen und auch ein „Langsam-Fahren“ sollten stattfinden. Für den 6. Dezember lud der Verein Mitglieder und Freunde zu einem „Nikolaus- bzw. Wintervergnügen“ ein.

Im Jahre 1956 berichtete das Protokoll neben dem Vereinsausflug mit dem Bus noch von einem anderen erwähnenswerten Ereignis: „Wegen der immer stärker auftretenden Ungezogenheiten und Flegeleien der jugendlichen Radfahrer bei den Übungsabenden hat Kamerad Wolf den Saalsport stillgelegt. Die vorhandenen sieben 7 Räder wurden von Kamerad Dietz in Verwahrung genommen.“

Die Veranstaltungen des Jahres 1958 waren nur schwach besucht, die Jahreshauptversammlung wurde zunächst sogar wegen schlechter Beteiligung seitens der Mitglieder verschoben. Doch taucht in der Chronik erstmals ein Name auf, der die weitere Entwicklung des Vereins maßgeblich prägen sollte: Hans Engelfried.

Hanz Engelfried wird Vorsitzender

Auf der Jahreshauptversammlung am 1. März 1963 wurde Hans Engelfried zum Vorsitzenden gewählt. Er sollte dieses Amt die kommenden zwanzig Jahre bekleiden. In den folgenden Jahren erzielte der Verein immer wieder sportliche Erfolge und pflegte die Geselligkeit. Regelmäßig fanden Ausflüge statt, und auch der Preismaskenball, die Fuchsjagd und die Weihnachtsfeier gehörten zum üblichen Jahresprogramm.

Zu den jährlichen Höhepunkten im Veranstaltungskalender des Vereins gehörte der Preismaskenball. Immer wieder schrieb die örtliche Presse von diesem Ereignis, so auch in diesem Jahr: „23.30 Uhr begann die Demaskierung mit einer Polonaise durch den Saal. Die Vereinsleitung hatte sich für dieses Jahr etwas neues ausgedacht, und zwar eine Rutschbahn, die mitten im Saal aufgestellt war. Nachdem die Herren ihrer Partnerin die Maske entführt hatten, rutschte man unter großem Gelächter der Zuschauer gemeinsam die Rutschbahn herunter.“ Der positive Eindruck, den die vielfältigen Aktivitäten des Vereins vermittelten, spiegelt sich in den öffentlichen Darstellung wider. Voller Stolz zog der Vorstand auf der jährlichen Mitgliederversammlung Bilanz. Die Presse berichtete: „Das Miterleben dieser Jahreshauptversammlung vermittelte jedem Gast den Eindruck, dass der Radfahrerverein Wächtersbach eine in sich geschlossene und sehr begeisterte Anhängerschaft hat und man sich einer weiteren Aufwärtsentwicklung des Wächtersbacher Radsports sicher sein kann.“

1967 war nicht nur für den Verein, sondern für ganz Wächtersbach ein besonderes Jahr. Erstmals richteten die Radfahrer gemeinsam mit dem Spielmanns- und Fanfarenzug (SFZ) ein Bürgerfest aus, dessen Schirmherrschaft Bürgermeister Heinrich Heldmann übernahm. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen bestand schon geraume Zeit, wurde durch dieses mit großem Erfolg durchgeführte Fest aber noch intensiviert. Es erwuchs daraus eine vielfach dokumentierte Partnerschaft zwischen beiden Vereinen.

Zur „Stadtmeisterschaft im Twist“ lud der Radfahrer-Verein im Jahre 1968 in die Stadthalle ein. Der Vorsitzende Hans Engelfried bewies damit wieder sein Gespür für attraktive Veranstaltungen. „Mehr als 300 Tanzlustige hatten sich eingefunden, um sich nach den Rhythmen der „Skiffle Rockers“ zu bewegen. Die Stadthalle erzitterte fast in den Grundmauern“, berichtete die Presse. Doch mit einem Auftritt war es nicht getan. Ganze vier Sonntage im Juni, jeweils von 17.00 bis 22.00 Uhr, spielte die Kapelle für die Jugend auf, und immer war die Begeisterung groß und die Stadthalle voll.

Volksradfahren – „Ein Sport, der jung hält“

Fast 3000 Radfahrer starteten 1971 in Offenbach am Main zum Volksradfahren. Darunter waren auch elf Radfreunde aus Wächtersbach. Den Teilnehmern müssen diese und auch andere ähnliche Veranstaltungen, die man besucht hatte, so gut gefallen haben, dass sie sich im kommenden Jahr selbst an die Organisation einer solchen rv49jugend1975_600_small.jpgVeranstaltung wagen wollten. „Der Radfahrer-Verein 1902 Wächtersbach hat in den letzten zwei Jahren an verschiedenen Volksradfahren teilgenommen und Erfahrungen gesammelt, wie man solch ein Volksradfahren durchführt“, konnte man in der Wächtersbacher Heimatzeitung lesen. Hermann Pütsch übernahm hier die Schirmherrschaft, und die Veranstaltung wurde ein voller Erfolg: Mehr als 500 Fahrerinnen und Fahrer gingen an den Start. Auf einem Rundkurs konnten in drei Runden insgesamt 21 Kilometer bewältigt werden. Jeder Teilnehmer, der die 21 Kilometer hinter sich brachte, erhielt eine Medaille. Startpunkt war das Einkaufs-Center Hesseldorfer Straße, und die Strecke verlief über Hesseldorf, Weilers und Neudorf wieder zum Ausgangspunkt zurück. Auch Gruppenpreise wurden ausgelobt, so erhielten sowohl der jüngste wie der älteste Teilnehmer als auch eine teilnehmende Familie gesonderte Auszeichnungen.

75 Jahre Radfahrer-Verein 1902 Wächtersbach e.V.

rv14festschrift75_600_small.jpgDrei Tage dauerten die Feierlichkeiten zum 75jährigen Vereinsjubiläum. Verbunden war damit die Einweihung des neuen Festplatzes auf dem Messegelände. Als Schirmherr fungierte S.D. Fürst Otto Friedrich zu Ysenburg und Büdingen, und Festpräsident war Heinrich Heldmann. Und noch ein weiteres Jubiläum konnte man gemeinsam mit den Wächtersbachern begehen: Das 10. Bürgerfest wurde eröffnet, und erneut fand ein großer Festzug, an dem rund 30 Zugnummern teilnahmen, statt. Der Zug, bei dem vor allem die festlichen Uniformen, die Dekorationen und die mitgeführten historischen Fahrräder für Aufmerksamkeit sorgten, führte über das Obertor, den Lindenplatz, die Poststraße, den Bahnhofsplatz, die Bahnhofsstraße, die Gelnhäuser Straße und die Main-Kinzig-Straße zum neuen Festplatz.

Auch zum 80. Geburtstag des Vereins wurde wieder, wie konnte es anders sein, kräftig gefeiert. Dies hatten sich die Radfahrer angesichts der sportlichen Erfolge und des Aufschwungs, den der Vereins nahm, redlich verdient. Und anscheinend war der bei Freunden und Mitgliedern der Wunsch nach dem geselligen und bisweilen feucht-fröhlichen Beisammensein groß, ging es doch, glaubt man den Berichten der örtlichen Presse, in der Tat nicht darum, die Geschichte und Erfolge des Vereins zu rühmen, sondern einfach mit Freunden und Gleichgesinnten gemütlich beisammen zu sitzen. So schreibt das Gelnhäuser Tageblatt am 7. Juni 1982 über den Festabend: „Sie wollten einfach nicht zuhören, die über 600 Gäste des Kommersabends, zu dem der Radfahrerverein eingeladen hatte. Der „Trinkabend im festlichen Rahmen“ glich denn mehr einem Schultag von Sechst-Klässlern, die sich nach den Ferien über ihre Urlaubserlebnisse angeregt hinter der Schulbank unterhalten. Die Redner, wohl mehr als ein halbes Dutzend, nahmen’s gelassen.“ Auch von den prominenten Besuchern ließen sich die Radfahrer nicht stören. Neben Landrat Hans Rüger waren Bürgermeister Heinrich Heldmann und Landtagsabgeordneter Dr. Rolf Müller erschienen. Fürst Otto Friedrich zu Ysenburg und Büdingen hatte wieder einmal die Schirmherrschaft übernommen. Vorsitzender Heinrich Lewalter, er hatte in diesem Jahr Hans Engelfried beerbt, begrüßte sichtlich stolz die zahlreichen Ehrengäste und versprach, sich kurz zu fassen. Auch der Schirmherr nutzte die Gunst der Stunde und sprach zu den Anwesenden: „80 Jahre braucht der Radsport, um zum Volkssport zu werden. Gerade heute, wo die Benzinpreise wieder steigen, wird das Fahrrad wieder neu entdeckt. Samstags sieht man die Familie durchs Gelände eilen, das war schon lange nicht mehr so“, resümierte er mit einem bewusst aktuellen Bezug. Doch auch Historisches wusste er zu berichten, das GT gibt diese Anekdote wieder: „Vor fast hundert Jahren fuhr der Europasportmeister im Radfahren, der Frankfurter August Lehr, ein Rennen von Gelnhausen nach Roth. Der Gegner, anders als Lehr mit einem echten Ross ausgerüstet, war der Großonkel des heutigen Fürsten. Beim Start stutzte das Pferd und Lehr wurde mit Vorsprung Sieger.“

Schon bei der Bezirksmeisterschaft, die 1984 in Wächtersbach stattfand, hatten die Teilnehmer des Radfahrer-Vereins gut abgeschnitten. Dass dies nicht am Heimvorteil lag, zeigte sich bei der Hessenmeisterschaft: Sandra Wenzel und Marion Schlotte wurden Vizemeister im 2er Kunstradfahren, und Claudia Busch errang einen guten 4. Platz im 1er Kunstradfahren. Das gute Abschneiden berechtigte denn auch zur Teilnahme an den „Deutschen Meisterschaften der Schüler im Hallenradsport“, die am 13.-14. Oktober 1984 in Nordenham bei Bremerhaven stattfanden. Neun Personen umfasste der Wächtersbacher Tross, bestehend aus Betreuer, Trainer und Schlachtenbummlern, der sich auf den Weg machte. Am Ende hatten Marion Schlotte und Sandra Wenzel den eigentlichen Erfolg, die erste Teilnahme eines Vereinsmitglieds an Deutschen Meisterschaften, noch gesteigert. Mit einem hervorragenden 13. Platz konnte man zufrieden die Heimreise antreten.

„Ein bisschen verrückt sind wir schon“

„Ein bisschen verrückt sind wir schon“, mit diesen Worten beschrieb ein Anhänger des „modernen Dreikampfs“, wie das Gelnhäuser Tageblatt den Triathlon titulierte, die neueste Entwicklung im Sportsektor. Die Mischung aus Laufen, Schwimmen und Radfahren, die vom Sportler alles abverlangt und ihn körperlich wie auch mental an seine Grenzen führt, gewann Ende der 80er Jahre immer mehr an Attraktivität, wurde zunehmend bekannter. So fanden sich auch in Wächtersbach und Umgebung einige begeisterungsfähige Männer zusammen, die dieser neuen Sportdisziplin anhingen. Eine Heimat fanden sie im Radfahrer-Verein Wächtersbach, der 1986 eine Abteilung für Tourensport, Rennsport und Triathlon ins Leben rief, die von Franz Karl geleitet wurde.

Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am 23. März 1990 wurde ein neuer Vorsitzender gewählt. Jürgen Schmid übernahm das Amt von Wilhelm Fehr, der den Verein vier Jahre lang geführt hatte. In seinem Jahresbericht blickte der scheidende Vorsitzende auf die geleistete Arbeit zurück. Sportlich war die Ausrichtung des 1. Vogelsberg-Duathlons gemeinsam mit dem BSC Spielberg ein besonderes Ereignis Mitte der 90er Jahre. Dabei wurde auf das Schwimmen verzichtet, und es wurden lediglich die beiden Disziplinen Laufen und Radfahren ausgetragen. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und stieß auf eine gute Resonanz in der Presse. Mehr als 100 Teilnehmer hatten sich angemeldet. Neben den Triathleten waren auch die Kunstradfahrer im Berichtjahr erfolgreich. Allein vier Bezirksmeistertitel konnten Nina Göbel, Erik Kolb, Verena Gerhardt und Charlotte Kolb erringen. 1994 wurden Charlotte Kolb und Verena Gerhardt erstmals Hessenmeisterinnen im 2er Kunstradfahren, ein toller Erfolg für die beiden damals elfjährigen Mädchen. Das hier aufkeimende Talent war der Grundstein für die kommenden Erfolge in den späten 90er Jahren. Die Trainingssituation konnte auch durch einen Umzug von der Turnhalle der Grundschule in die moderne Sporthalle der Gesamtschule verbessert werden. Auch sonst war man bemüht, mit der Zeit zu gehen. Die Gründung einer Abteilung „Mountainbike“ stand ins Haus.

rv66einradcup-2_small.jpgOben war nicht nur Erik Kolb bei seinem Auftritt auf dem Riesen-Einrad. Die Jahre 1996 und 1997 kennzeichnen den sportlichen Aufschwung des Vereins, vor allem im Bereich der Kunstradfahrer. Charlotte Kolb und Verena Gerhardt sicherten sich 1996 und 1997 zum zweiten und dritten Mal den Titel Hessenmeister im 2er Kunstradfahren. Erik Kolb hingegen war nicht nur im Kunstradfahren erfolgreich. Er entdeckte seine Leidenschaft für das Einradfahren und wurde prompt für seinen sportlichen Einsatz belohnt: Bei den Weltmeisterschaften in England wurde er beim Einrad 10-Kilometer-Marathon-Weltmeister! Auch in vielen anderen Bereichen, vom Fasching angefangen, zeigte der Verein die unterschiedlichsten Aktivitäten. Vor allem die Radwanderfahrten erfreuten sich bei den Mitgliedern großer Beliebtheit. Über die Grenzen des Vereins hinaus sorgte der Weltmeistertitel 1998 von Charlotte Kolb für Aufsehen. Nicht nur Sportfreunde, sondern auch die Honoratioren der Stadt reihten sich erneut in die Schar der Gratulanten ein. Bis zum heutigen Tage kann man immer wieder im Lokalteil der Heimatzeitungen von den Erfolgen der Wächtersbacher Radfahrer lesen. Bleibt dem Verein zu wünschen, dass die Erfolgsgeschichte des Radsports in Wächtersbach eine Fortsetzung findet und alle Vereinsmitglieder sich mit viel Freude und Gemeinsam in die Arbeit des Vereins.

100 Jahre Radfahrer-Verein 02 Wächtersbach e.V.

Das Jahr 2002 war ein ereignisreiches Jahr für den Radfahrer-Verein. Geboren 1902, wurde der Verein in diesem Jahr 100 Jahre alt. Begleitet wurde der Geburtstag mit einigen wichtigen Veranstaltungen. Diese waren die Bezirksmeisterschaft, die Qualifikation zur Europameisterschaft, wo der Verein hochrangige Sportler bei sich in Wächtersbach begrüßen durften, sein offener und kurzweiliger Kommersabend, über den so viele Wächtersbacher sprachen und noch im Nachhinein über den Begriff und die Bedeutung „Kommers“ gestritten wurde (der Radfahrer-Verein meinte, es bedeute „geselliges Trinkgelage im studentischen Umfeld; der AWO fand Wochen später auf seinem Kommersabend eine weitere Bedeutung), und sein Beitrag vom Radfahrer-Verein für seine Mitglieder und den Wächtersbachern, das volkstümliche Konzert mit den „Die Zillertaler“.

Gerhard Lehnhoff, Mitglied im Verein, moderierte bereits kurzweilig die Veranstaltungen. Einige Wochen später sollte er zum neuen Vorsitzenden gewählt werden. Dies geschah dann auf der Jahreshauptversammlung. Etwa 40 Mitglieder waren anwesend, und auch den Bürgermeister Rainer Krätschmer durfte der Verein begrüßen. Er brachte dem Verein gleich noch ein Geschenk mit.

Die Jahreshauptversammlung war in diesem Jahr wichtig für den Verein, weil nicht nur ein neuer Vorstand gewählt, sondern auch eine neue Satzung verabschiedet wurde. Eine neue Satzung war für den Verein wichtig, damit dieser in Zukunft handlungsfähiger sein möge und sich besser den neuen Gegebenheiten und Zeiten anpassen könne. U. a. wurde der Geschäftsführende Vorstand auf 5 Personen verkleinert, das Wahlrecht für aktive Mitglieder auf 14 Jahre heruntergesetzt, eine Sozialklausel für finanziell schwache Mitglieder eingeführt und Gruppierungen und Interessensgemeinschaften wie das Männerballett des Vereins besser in die Struktur des Radfahrer-Vereins eingegliedert.

Das Wahlrecht für seine aktiven Mitgliedern hatte der Verein deshalb heruntergesetzt, weil dieser sportlich von diesen jungen Mitgliedern lebt und diese deshalb auch das Recht und die Pflicht haben sollten, den Verein bei seinen Entscheidungen mit zu gestalten. Hier hat der Verein wohl einen einmaligen Schritt nach vorne gewagt.

Und im Zeitalter des Internets sollte auch eine eigene Internetpräsenz nicht fehlen. Der Verein war fortan unter www.Radfahrer-Verein.de erreichbar.

Dies ist nur ein Ausschnitt der Chronik, die von Peter Tauber zusammengestellt wurde. Die Chronik ist vollständig im Buchladen und über den Verein für einen Unkostenbeitrag von 3€ beziehbar.

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